TTEAM
TTEAM steht als Abkürzung für die englische Bezeichnung
Tellington-Touch Equine Awareness Method oder auch
Tellington-Touch Every Animal Method,
1975 entwickelte Linda Tellington-Jones diese Methode , nachdem sie bereits seit vielen Jahren erfolgreich war im Distanz-, Military-, Spring- und Dressursport sowie als Reitlehrerin und Pferdetrainerin, Pferdepsychologie an der Universität in Kalifornien gelehrt hatte und vier Jahre lang von Dr. Moshe Feldenkrais (Bewusstsein durch Bewegung) in der Feldenkrais-Arbeit an Menschen ausgebildet worden war. Sie fand heraus, dass wir durch die Aktivierung nicht genutzter Nervenbahnen, Intelligenz und Lernfähigkeit sowie Haltung, Gesundheit und Verhalten der Pferde positiv beeinflussen können. Nachdem dies bei Pferden sehr erfolgreich war, fand sie heraus, dass dies auch alle anderen Tierarten positiv beeinflusst.
Heute ist ihre Methode wissenschaftlich fundiert, praktisch ausgereift und bei Fachleuten weltweit anerkannt. Linda Tellington-Jones ist auf Kursen und Demonstrationen international tätig und bildet in einwöchigen Kursen gemeinsam mit ihrer Schwester Robyn Hood und anderen Instruktorinnen aus USA, Canada und Deutschland die sogenannten Practitioner aus. Weltweit sind heute schon mehr als 300 lizensierte Practitioner tätig, um die Methode weiter zu geben.
Der Tellington-Touch:
Es gibt mehrere verschiedene einfach auszuführende TTouches (engl. Touch = Berührung). Sie haben Tiernamen erhalten haben, um bildhafter und einfacher zu merken zu sein.
Entgegen der leider weit verbreiteten Meinung, es handele sich dabei nur um ein Streicheln oder eine Massage des Tieres bewirken diese TTouches eine messbare Beeinflussung der Gehirnwellen und dadurch eine Reduzierung von Stress und Angst, eine schnellere Genesung nach Verletzungen und Krankheiten und eine positive Beeinflussung von Körperhaltung und Verhalten des Tieres.
Das grundlegende Ziel des Tellington-Touches ist es, mit sanftesten Anwendungen, die keine nachteiligen Folgen haben können, Gehirnzellen zu aktivieren und damit neue Nervenimpulse aus zu lösen.
Darüber hinaus können die TTouches nicht nur bei Pferden, Hunden und Katzen sondern auch bei allen anderen Tieren und beim Menschen selbst eingesetzt werden.
Mit dem Tellington-Ttouch, der mit gezielt ausgeführten qualitätsvollen Berührungen verschiedener Art auf dem Körper des Tieres am Besten umschrieben werden kann, werden ungenutzte Nervenbahnen aktiviert und das Wohlbefinden sowie die Lernfähigkeit Ihres Tieres gefördert. Neben der Aktivierung des Nervensystems, der Körper- und Gehirnzellen werden auch Massagetechniken und Stimulierung von Akupunkturpunkten angewendet. Ergänzt durch das Führ- und Hindernistraining (die TTEAM-Bodenarbeit) werden Konzentration, Selbstvertrauen, Balance und Koordination des Hundes geschult. Die Tiere werden durch das zunehmende physische und psychische Gleichgewicht ermutigt, auf eine neue Art und Weise zu agieren, anstelle in alten Verhaltensmustern zu reagieren. Spannungen können sich lösen, es entstehen bessere Bewegungsabläufe, der Hund bekommt ein besseres Körperbewusstsein und Selbstvertrauen, die Bindung und das Vertrauen zu seinem Menschen wächst, so dass eine bessere Arbeitshaltung entsteht.
Eine sehr bedeutende Rolle spielt der beruhigende Effekt der Ttouchesund der dadurch gelinderte Stress des Tieres: Stress blockiert das Lernen neuer Lektionen und Verhaltensweisen, so dass durch die TTEAM-Arbeit die Basis geschaffen wird, alte Verhaltensmuster abzulegen und neue anzunehmen.
Die TTEAM-Methode ist
wissenschaftlich fundiert, praktisch erprobt und weltweit von Fachleuten
anerkannt. Die Wirkung dieser Arbeit wurde im Biofeedback-Institut von Boulder,
Californien, mittels EEG aufgezeigt und nachgewiesen: durch die 1 ¼
Kreisbewegungen der verschiedenen Ttouches® werden alle vier verschiedene
Gehirnströme - Alpha, Beta, Gamma, Delta - angeregt. Diese speziellen Muster der
vier Gehirnstrommessungen, die sowohl beim behandelten Tier als auch beim
behandelnden Menschen nachgewiesen wurden, stellt die ideale Funktion des
Gehirns (the awakened mind state) und einen idealen Lernzustand dar. Beim
einfachen Streicheln, Massieren, oder bei Ttouches, die weniger als einen
Kreisdurchgang und mehr als zwei Kreisdurchgänge darstellen, konnte dieser
Zustand nicht erreicht werden.
TTEAM und der Tellington-Ttouch werden bei vielfältigen Verhaltens- oder
Körperproblemen eingesetzt. Sie finden Anwendung
Wolken-Leopard-TTouch- er ist wohltuend und entspannend. Aus ihm haben sich alle kreisenden TTouches entwickelt. Hier wird mit den Fingerkuppen gearbeitet. Man beginnt mit kreisenden Bewegungen am Kopf, folgt dann in einer geraden Linie über Hals, Schulter, Flanken bis zum Ende des Rückens. In dieser Weise zieht man die Linien parallel zueinander über den ganzen Hundekörper. Der Wolken-Leopard-TTouch hat sich bei Nervosität und Angst, Schüchternheit und Hyperaktivität bewährt. Beim Sport und vor der Hundeprüfung ist er genial, um den Hund auf seine Aufgabe vorzubereiten.
Liegender-Leopard-TTouch - während beim Wolken-Leopard-TTouch mit den Fingerkuppen gearbeitet wird, bleibt beim Liegenden-Leopard-TTouch die Hand flach auf dem Körper des Tieres. Sie erzeugt Wärme und wirkt somit entspannend. Dieser TTouch hilft bei Muskelkater und Hüftproblemen. Man wendet ihn aber auch bei Angstzuständen an (zum Beispiel vor lauten Geräuschen). Bei Schock und bei bevorstehenden Operationen wirkt er beruhigend und entspannend.
Tiger-TTouch - er kann großflächigen Juckreiz stillen, aber auch einen hyperaktiven Hund beruhigen. Hierbei formt der Therapeut die Hand zu einer Kralle. Die Finger stehen etwa 1 cm breit auseinander, so daß nur die Fingerspitzen die Haut unter dem Fell berühren. Jeder einzelne Finger beschreibt einen selbständigen Kreis. Der Daumen bleibt ruhig in Kontakt mit dem Körper des Tieres.
Waschbär-TTouch - hierbei bewegt man die Haut mit gebeugten Fingerspitzen in einem Winkel von etwa 90 Grad und minimalem Druck in winzigen Kreisen herum. Er wird gerne bei Schmerzen und Verspannungen im Rücken und an den Oberschenkeln angewandt. Der Waschbär – TTouch an den Pfoten nimmt die Angst vor dem Krallenschneiden, ist aber auch sehr wirkungsvoll bei wundgelaufenen Ballen und Verletzungen, vor allem, wenn der Hund sich dort nicht anfassen lässt. Bei Beschwerden durch HD können Schmerzen verringert werden. Ebenso wirkungsvoll ist er bei Welpen, wenn sie die Muttermilch verweigern.
Ohren –
TTouch – er ist für die meisten Probleme der effektivste TTouch. Schon in
der alten Heilkunst war es bekannt, über die Ohren auf Körper und Organe
einzuwirken. Das zeigt unter anderem die Akupunktur, die noch heute erfolgreich
eingesetzt wird. Das zügige und etwas kräftigere Ausstreichen der Ohren, zum
Beispiel nach einem Unfall, oder vor einer Operation, stabilisiert den
Kreislauf. Soll der Hund beruhigt werden, streicht man sanft und langsam über
die Ohren. Hat der Hund Stehohren, so werden diese von der Basis bis zur Spitze
ausgestrichen. Schlappohren werden waagerecht von der Basis bis zur Spitze
behandelt, wobei man das Ohr mit einer Hand stütz. Dieser TTouch wirkt sehr
entspannend und hilft unter anderem bei Angst vor Geräuschen, Lampenfieber,
Erbrechen und Unruhe beim Autofahren, Verdauungsproblemen, Bauchschmerzen und
als Unterstützung während der Geburt.
Maul – TTouch – er wirkt auf das limbische System, die Randgebiete zwischen Hirnstamm und Großhirn. So, wie wir Menschen unsere Emotionen im Gesicht zeigen, so drückt sie der Hund durch das maul aus. Maul-Ttouches helfen bei Angst, Stress, Nervosität, Hyperaktivität, unkontrolliertem Bellen und Winseln. Darüber hinaus fördert die Maularbeit die Gesundheit der Zähne und ist eine gute Vorbereitung zum Zähneputzen und zur Untersuchung beim Tierarzt. Der Hund liegt entspannt auf der Seite. Man beginnt mit dem Liegenden-Leoparden-Ttouch am Maulwinkel. Die andere Hand stütz den Kopf des Hundes. Mit weichen Leoparden – TTouches wandert man in Richtung Nase, gleitet weiter unter die Lippe und abstreicht auf dem Zahnfleisch entlang, wobei man die Lefzen mit dem Daumen vorsichtig nach oben schiebt.